Partnerschaft mit der MJRC Bolivia
Andi und Ulli sind schon drei Monate im bolivianischen Tiefland. Jetzt senden die beiden Fotos und Grüße aus Südamerika, wo die beiden für den Freiwilligendienst "Weltwärts" unterwegs sind.
Grüße aus Bolivien von Andy y Uly

Ein Handy muss man hier schon haben, sei es um SMS mit dem Inhalt „hola como estas?“ zu erhalten oder auch um ein Vergleichsobjekt für die Größe der hiesigen Fauna zur Verfügung zu haben.

Vamos a la playa? Die Represa ist ein mit dem Fahrrad in fünf Minuten erreichbarer Stausee, der bei den auch im November immer noch sommerlichen Temperaturen einer Abkühlung dienen würde, wenn da nicht diese Piranhas wären. In naher Zukunft schon werden wir die Represa jedoch mithilfe von den Jugendlichen hier leer gefischt haben, sodass spätestens zum Intercambio 2013 dem Badevergnügen nichts mehr im Weg stehen wird.

Die “Mision permanente” ist so etwas wie das hiesige Pendant zur Jugendkorbinianswallfahrt. Aus der ganzen Diözese kommen Jugendgruppen nach San Ramon, um zusammen mit dem Bischof einen Gottesdienst zu feiern. So machte sich auch ein Bus aus Concepción auf, um sich in das ca. zwei Busstunden entfernte San Ramon zu begeben. Damit das Ganze auch eine echte Wallfahrt ist, stiegen wir schon beim Ortsschild aus und gingen den restlichen Kilometer bis zur Ortsmitte zu Fuß. Genauso wie bei Korbi dauerte der Gottesdienst ziemlich lang. Nur hier hatte man das Glück, dass vor der Turnhalle, wo der Gottesdienst stattfindet Getränke und Eis verkauft wurden und so konnte man sich die Zeit etwas versüßen, wenn sich dann die Danksagungen etc. am Ende des Gottesdienstes etwas in die Länge zogen.

Mit Eintritt Gratis, Popcorn salzig und einem Wechselkurs von aktuell 1 Euro = 9,0214 Bolivianos fand das erste Jugend-/Kinderkino in Concepción statt. Inszeniert wurde das Ganze von der Internetcafégruppe und mit technischer Hilfe des Pfarrei-Radios. Der auf „Die Konferenz der Tiere“ von Erich Kästner basierende Animationsfilm „Animales Unidos“ fand vor allem bei den Kindern großen Anklang. Gutes Filmmaterial ist stets Mangelware, wenn ihr einen guten Film mit spanischer Audiospur kennt/ habt und das Projekt „Jugendkino“ unterstützen wollt, könnt ihr auf deutsch oder spanisch über cine_juvenil@yahoo.com, Kontakt zum Kino aufnehmen.

Auf Tuchfühlung mit der bolivianischen Landwirtschaft: Für das bolivianische Tiefland ist die Kuh so typisch wie für Bayern. Was bolivianische Kühe von den bayerischen unterscheidet: die Rasse (hier fehlen die braunen Flecken), die Haltung (hier sind alle Kühe draußen und nicht selten begegnen sie einem auch mitten auf der Straße) und die Nutzung (hauptsächlich Fleisch, nur wenige werden gemolken – aber das dann von Hand).

Was hier nach spaßiger Freizeit aussieht, ist in Wirklichkeit „schwerste Kontaktarbeit“ zur Jugendgruppe von Huaytú. Das nächste Treffen wird der Gegenbesuch in Concepción im Dezember sein.
Bis zum nächsten Mal,
eure zwei weltwärtigen
Andy y Uly
Die Geschichte der Partnerschaft
Die Partnerschaft der KLJB München mit Bolivien besteht nunmehr seit über 35 Jahren und begann eher zufällig:
Der frühere Landjugendpfarrer und Leiter der Landvolkshochschule Petersberg Otto Steinberger bekam von einer ehemaligen Petersbergerin, die zu der Zeit als Entwicklungshelfein in Bolivien arbeitete, eine Anfrage, ob er sie bei einem Projekt in La Paz unterstützen könnte. Otto Steinberger setzte sich ein, doch die Petersberger allein konnten die notwendigen 25.000 DM für den Kauf eines Grundstücks mit Haus für eine Kindertagesstätte nicht aufbringen. Doch die Aktion Rumpelkammer im Frühjahr 1971 der KLJB Rosenheim brachte das Geld. Die Rosenheimer übernahmen das Projekt - und der Anfang des Kontakts nach Bolivien war gemacht.
Seit ihren Anfängen 1949 war der KLJB die internationale Solidarität wichtig. Dieser Grundsatz nahm in der KLJB München und Freising nun konkrete Formen an und hat der KLJB seither durch viele Aktionen, Projekte und Partnerschaften ein unverwechselbares Gesicht gegeben.
Es folgten weitere Projekte zusammen mit holländischen Augustinern und anderen Ordensgemeinschaften. Auch Besuche in Bolivien folgten ab 1974, um der Partnerschaft „ein Gesicht zu geben“ und sie zu stärken.
Seit 1987 haben sich in Bolivien um Sucre und Santa Cruz Gruppen der MIJARC (Mouvement International de la Jeunesse Agricole et Rurale Catholique), der internationalen Katholischen Landjugend- und Bauernbewegung, gebildet. Zu diesen Gruppen hatte unser Diözesanverband seither Kontakt.
Im Lauf der Jahre wurden viele Projekte unterstützt und zahlreiche Erfahrungen durch die Austauschprogramme gemacht. Eine Frage war dabei auch, ob eine echte Partnerschaft mit finanzieller Unterstützung (und damit auch Abhängigkeit) verbunden sein kann, oder nur auf ideeller Basis laufen soll. Seit 2003 hat sich die KLJB wieder entschlossen, konkrete Projekte der Partner der MJRC Bolivia zu unterstützen - neben den anderen Projekten in Bolivien, die manche KLJB-Kreisgruppen nach wie vor unterstützen.
Anlässlich des Weltjugendtages 2005 in Köln besuchten 6 Angehörige der MJRC (movimiento de los jovenes rurales y católicos) die KLJB in München und Freising. Im Oktober 2008 fand der 14. Besuch der KLJB München und Freising in Bolivien statt. Sechs KLJBler fuhren nach Bolivien, um neue Kontakte zu der Bolivianischen Jugend auf dem Land zu knüpfen. Nachdem die Delegation Jugendliche im Raum Santa Cruz und Sucre besucht hat sind nun neue Pflänzchen des Kontaktes gepflanzt. Dieser Kontakt soll gehalten und intensiviert werden, dass auch in Zukunft deutsche und bolivianische Jugendliche im gegenseitigen Austausch voneinander lernen können. Daher werden uns im august 2011 eine gruppe junge Bolivianer in München besuchen. Neben einem Begegnungsprogramm in München werden wir zusammen zum KLJB Bundestreffen nach Ochtendung (Diözese Trier) fahren und den Weltjugendtag in Madrid feiern.
Begleitet durch: Verena Hammes, E-Mail: v.hammes@kljb-muenchen.de, Telefon: 089 - 480 92 - 22 35

