Kleidung
Gerade im Textilbereich unterliegen unsere Kaufentscheidungen vielfältigen Erwartungen. Kleidung soll modisch sein und zur Person passen. Sie soll günstig sein und von guter Qualität, um nur einige Erwartungen zu nennen.
Seit Kurzem taucht in der Öffentlichkeit auch immer wieder die Frage nach den Bedingungen auf, unter denen unsere Kleidung produziert wird. Viele Textilien werden von WanderarbeiterInnen hergestellt, die unter miserablen Bedingungen arbeiten: keine Pausen, keine Arbeitsverträge, keine soziale Absicherung und als Bezahlung ein Hungerlohn. Die großen Bekleidungsketten wälzen die Verantwortung für die schlechte Situation der ArbeiterInnen bewusst auf die Fabrikbesitzer ab. Mit sehr kurzen Lieferzeiten, kurzfristigen Handelsbeziehungen und einem enormen Preisdruck legen sie jedoch den Grundstein für die Ausbeutung der ArbeiterInnen.
Immer öfter weisen die bekannten Marken einzelne Teile ihrer Kollektionen als nachhaltig produziert aus. Vor allem auch deshalb, weil die VerbraucherInnen dies zunehmend verlangen. Das Rückgrat der fairen Textilproduktion bilden aber vor allem kleinere, unbekannte Marken. Wie z.B. die Marke LamuLamu des KLJB-eigenen Landjugendverlages, mit dem die KLJB eine Vorreiterrolle bei der Produktion von Textilien nach ökologischen und sozial nachhaltigen Standards einnimmt.
Schnittblumen
Mit einem Straus Blumen wollen wir jemand anderes eine Freude machen. Dabei vergessen wir oft, dass Schnittblumen den Arbeitern eher selten Freude bereiten. Über zwei Drittel unserer Schnittblumen kommen aus Ländern am Äquator, wie Kolumbien oder Ecuador. Günstige Standortfaktoren, wie ein gutes Klima, niedrige Löhne und fehlende Umweltauflagen, machen die Produktion in diesen Ländern besonders rentabel. Oft können die Arbeiterinnen ihr Soll nur mit Hilfe ihrer Kinder erfüllen und verdienen trotzdem gerade so viel, dass es zum Überleben reicht. Bei der Produktion werden Pflanzenschutzmittel verwendet, die in Europa längst nicht mehr zugelassen sind. Ausgebracht werden diese Mittel völlig ohne Schutzkleidung und während die Frauen mit ihren Kindern Blumen schneiden.
Damit Blumen wirklich allen Freude schenken, die mit ihnen in Kontakt kommen gibt es mittlerweile verschiedene Initiativen wie das Flower Label Programm (FLP e.V.) oder Fairtrade. Hier wird nach klar definierten sozialen und ökologischen Standards produziert, so werden den Arbeitern z.B. faire Löhne gezahlt und illegale Kinderarbeit ist verboten.
Bei Aktionen der KLJB zu verschiedenen Festen, wie Valentinstag oder Muttertag werden häufig fair gehandelte Blumen verkauft oder verschenkt.
Fußbälle
Rund 60% aller Füßbälle stammen aus dem Norden Pakistans aus der Stadt Sialkot. Kinder und Jugendliche sieht man hier allerdings eher selten mit einem der vielen Millionen Bälle bolzen. Rund drei Millionen Kinder unter 14 Jahren müssen in Pakistan arbeiten, weil ihre Eltern nicht genug verdienen. Würden die Näherinnen und Näher in Sialkot und im Umland faire Löhne für ihre komplizierten Meisterwerke erhalten, könnten ihre Kinder zur Schule gehen und nachmittags auf dem Bolzplatz spielen. Jeder Ball ist ein kleines Kunstwerk. In gut zwei Stunden werden 32 Waben mit Rund 650 Stichen zu einem Ball zusammengenäht, in kleinen Werkstätten oder in Nähzentren.
Statt eines festen Monatslohnes werden die Näherinnen und Näher in der Regel pro abgeliefertem Ball bezahlt. Der Preis pro Ball richtet sich dabei nach seiner Qualität. Der normale Arbeitslohn liegt dabei aber deutlich unter dem täglichen Bedarf für den Lebensunterhalt von 300 – 400 Rupien (entspricht in etwa 4 – 5 Euro).
Spielwaren
Spielzeug ist bunt und soll Freude machen. Leider ist Spielzeug auch nur ein Produkt wie jedes andere und unterliegt den Regeln des Weltmarktes. Immerhin mehr als 60% der Spielsachen in deutschen Kinderzimmern stammen aus Asien vor allem aus China. Dort werden in vielen Zulieferfabriken Menschenrechte und international geltende Arbeitsnormen verletzt. Die Arbeiterinnen und Arbeiter haben überlange Arbeitszeiten und werden häufig unter dem Mindestlohn bezahlt. Sie leben in menschenunwürdigen Fabrikwohnheimen und sind Hitze, Staub und giftigen Dämpfen ausgesetzt. Um diese Missstände zu überwinden hat der Weltverband der Spielzeugindustrie einen Verhaltenskodex für die Hersteller entwickelt. Verschiedene deutsche Spielzeugfirmen kaufen nur noch bei Lieferanten, die nach diesem Kodex zertifiziert sind. Mit der Aktion fair-spielt versuchen mehrere Nichtregierungsorganisationen eine wirksame Umsetzung des Verhaltenskodexes durchzusetzen und die Öffentlichkeit, sowie die Hersteller selbst für dieses Thema zu sensibilisieren.
Nahrungsmittel
Die längste Tradition hat der Faire Handel sicher im Nahrungsmittelbereich. Auch hier prägte die KLJB die ersten Initiativen mit ihrem Engagement. Wo anfangs der fair gehandelte Kaffee stand, erstreckt sich heute eine breit gefächerte Produktpalette. Das Angebot reicht von Tee und Kakao über Gewürze bis hin zu Schokolade oder Reis. Viele Produkte des täglichen Bedarfs an importierten Lebensmitteln gibt es mittlerweile fair gehandelt zu kaufen. Inzwischen hat auch eine ganze Reihe von Supermärkten die Produkte aus dem fairen Handel in ihr Sortiment aufgenommen.

