Efeu-Ausflug ins sommerliche München
„I renn nackert durch n Englischen Garten, sitz high auf’m Monopteros. I kauf mir a Maß am Chinesischen Turm und flanier mit dir auf der Leopoldstraß.“
Eigentlich wäre hiermit schon (fast) alles gesagt, was die Mitglieder des Fördervereins der KLJB München und Freising – des Efeu e.V. - an einem sonnigen Sonntag im August in München so den lieben, langen Tag getrieben haben. Aber da es doch die eine oder andere kleine Abweichung zum Liedtext der Spider Murphy Gang gab, hier noch ein paar ausführlichere Worte.
Für die Teilnehmer begann der Tag mit einem reichlich gedeckten Brunch-Tisch, wo es von Kuchen über frische Semmeln bis zu Rührei und gebratener Wurst alles gab, was das Herz begehrt. Natürlich alles fair und regional – eh klar!
Danach ging es mit der Tram zur Residenz. Hier bekam jeder seinen eigenen Führer, in Form eines schnurlosen Telefons aus den 80ern. Wenn man dann die richtige Nummer eingegeben hat, wurde man über hunderte von Gemälden, Wandteppichen und natürlich den vielen Räumen der Residenz informiert. Zu den interessantesten Räumen gehört sicherlich das Antiquarium, in dem neben Cäsaren-Büsten und anderem Kunstwerken die Städte des alten Herzogtums Bayern abgebildet sind. Da kommen doch gleich heimatliche Gefühle auf, wenn man Rosenhaim, Neumahckt oder Traunstain in der Münchner Residenz sieht.
Durch den „Personal-Führer“ streifte jeder oft mutterseelenallein durch die alten Gemäuer und da man sich auch noch zwischen langer und kurzer Route entscheiden konnte, war für die schnelleren noch Zeit für einen Kaffee im Hofgarten. Denn dann gingen wir durch den Englischen Garten nach Schwabing, wo uns die Führung Schwabinger Bohème erwartete. Hier erwarteten uns Geschichten rund um das Künstlerleben Ende des 19. Jahrhunderts in München und wie Schwabing sich im Laufe der Jahrhunderte vom Bauerndorf über die Stadt zum Stadtteil Münchens gewandelt hat. Hier sind wir auch an der Villa von Erzbischof Marx vorbeigekommen und die Stadtführerin wusste einiges zu erzählen über die bewegte Geschichte dieses stattlichen Anwesens.
Nach so vielen Geschichten über München waren wir reif für eine Mass Bier, und wo sonst würden wir die trinken, wenn nicht unterm Chinesischen Turm im Englischen Garten. Hier ließen wir den Tag ausklingen bei einer guten Maß Bier und einer sättigenden Brotzeit. Und beim nächtlichen Nachhauseweg konnten wir auch noch den Eisbachsurfern bei ihren Kunststücken zuschauen.
Schee wars im Sommer in da Stadt!
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Gerhard Langreiter


