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Eine Reise zum Lebens.Mittel.Punkt

Wie kommt das Schnitzel auf den Teller?

Im Rahmen des Schwerpunktthemas der Jahre 2011/12 „Lebens.Mittel.Punkt“ besuchte der Agrarsoziale Arbeitskreis (ASAK) den Rinderschlachthof Traunstein. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Lebensmittel durften 21 Jugendliche den nächsten Schritt nach Aufzucht und Mast der Tiere hautnah miterleben. Etwas skeptisch, jedoch voller Erwartungen betraten die Jugendlichen das Betriebsgelände der Firma Alpenrind.

Dort erwartete der Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft Schlachtvieh Traunstein Josef Kaiser sie bereits und gab eine kurze Einführung. „Seit den Sechzigerjahren“, so Kaiser, „betrieb die Stadt Traunstein den Schlachthof. Während dieser Zeit gab es Höhen und Tiefen, in der auch die Rufe nach der Schließung des Schlachthofes immer wieder laut wurden“. Erst im Jahr 2004 pachteten Erzeugergemeinschaften der Landkreise Traunstein und Miesbach die Betriebsstätte und modernisierten diese, um Anforderungen in Sachen Qualität, Lebensmittelsicherheit und Tierschutz zu genügen. Anschließend erhielten die Jugendlichen Ganzkörperoveralls, um die Produktionsschritte im Betrieb mitverfolgen zu dürfen. Begonnen wurde in der ehemaligen Schweineschlachtung, die aus Rentabilitätsgründen eingestellt wurde. Jedoch soll die ausschließliche Rinderschlachtung auch einmal auf diesen Bereich ausgedehnt werden. „Wir wandern vom ‚Weißen Bereich‘ in den ‚Schwarzen Bereich‘“, merkte Kaiser an und meinte damit, dass die Besichtigung aus Hygienegründen entgegen des Schlachtprozesses erfolgen würde. Die erste Station war somit das Kühlhaus, in dem die fertigen Rinderhälften hingen. „Eine lange Lagerung ist nicht möglich“, erklärte Kaiser, „da die Kapazitäten einfach zu gering sind.“ Nebenbei erfuhren die Jugendlichen, was Rückverfolgbarkeit der Herkunft bedeutet, wie man sie gewährleistet und wie die Qualität der Rinderhälften bewertet wird. Der nächste Schritt kostete sicherlich einigen der jungen Besucher große Überwindung, da am Schlachtband reger Betrieb herrschte. „Die Schlachtkolonne mit etwa 30 Männern ist ein eingespieltes Team und schafft an fünf Tagen bis zu 1200 Rinder“, berichtete Kaiser. Binnen einer Stunde wurden die Rinder von der Anlieferung bis zur Halbierung am Band transportiert. Weiterverarbeitet wird im Traunsteiner Alpenrind-Betrieb jedoch nicht, Zerlegung und Fleischerei finden in Partnerbetrieben in Ober- und Niederbayern statt. Über dem Anlieferungsbereich kontrollierte ein Veterinär die Gesundheit der Tiere und die Richtigkeit der Rinderpässe. Kaiser verdeutlichte auch, dass nur Rinder zur Schlachtung freigegeben werden, die durch den Veterinär zuvor erfasst wurden. Unter anderem eine große deutsche Handelskette, sowie ein namhaftes Schnellrestaurant verlangen nämlich die lückenlose Dokumentation über Herkunft, Aufzucht, Schlachtung und Verarbeitung. Nach der Führung wurden die Jugendlichen noch zu einer Brotzeit mit Weißwürsten und Wienern eingeladen. Als Dank für die Führung und die Bereitschaft, den interessierten Jugendlichen die Entstehung unserer Lebensmittel hautnah darzustellen, überreichte ASAK-Sprecher Franz Wieser an Josef Kaiser den KLJB-Geschenkkorb mit fair gehandelten Produkten.

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