Intercambio 2015: Deutsch-Bolivianischer Austausch

Amistad por siempre

Die Stimmung des Intercambios spüren könnt ihr am besten, wenn ihr euch diesen Film des Sankt Michaelsbundes anschaut: https://www.youtube.com/watch?v=DgOlbyBcpZ0

 

16 Tage Deutschland erleben

Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) München und Freising hatte bolivianische Jugendliche aus Corioco und Huytú zu einem Fachkräfteaustausch in die Diözese München und Freising eingeladen.

Gemeinsam mit der Intercambio-Gruppe machten sich die Gäste auf den Weg quer durch die Diözese. So wurde etwa zu Beginn eine Dorf-Rallye in der Ortsgruppe Ast (LA) veranstaltet, bei der die jungen Erwachsenen eine Bäckerei kennenlernten, sich aber auch darüber wunderten, dass man in Deutschland Gräber direkt neben der Kirche hat und diese bepflanzt werden. Weiter ging es mit einem Willkommensfest und einem Bauernhof-Tag im Landkreis Erding. Der Einladung zum Begegnungsabend im KorbiniansHaus der kirchlichen Jugendarbeit in München folgten nicht nur ehemalige Freiwillige und Intercambio-Teilnehmende, sondern auch das Welt-Team der Landjugendbewegungen. Dadurch wurde das Fest nicht nur zur Begegnung von Bayern und Bolivien, sondern viel bunter.

International ging es weiter beim Bundestreffen der KLJB in Lastrup (Niedersachsen). Da nicht nur der KLJB Diözesanverband München und Freising Gäste mitbrachte, sondern auch junge Erwachsene aus anderen europäischen und afrikanischen Ländern am Bundestreffen teilnahmen, wurde die Begegnung für die Bolivianer ein besonderes Erlebnis. Aufregend war auch derAusflug an den Chiemsee und die Besichtigung von Herren- und Fraueninsel. Viele Teilnehmende sahen zum ersten Mal in ihrem Leben einen See, fuhren zum ersten Mal Schiff und hatten zu vor noch nie so alte Gebäude wie Schloss Herrenchiemsee oder die Kirche auf der Fraueninsel gesehen. Außerdem wurde die Gruppe in das Rathaus Dorfen eingeladen. Bürgermeister Heinz Grundner begrüßte die Gruppe dort herzlich und freute sich über die Prämiere mit Gästen aus Bolivien. Anschließend lud er alle auf das Dorfener Volksfest ein, wo viele Jugendliche hinzukamen um ein letztes Mal bayerisch-bolivianisch zu tanzen und zu feiern.

Neben vielen Festen gab es aber auch viele Diskussionen, manche eher nebenher beim Wandern auf den Teisenberg, manche in der großen Runde. So wurde etwa bei der Besichtigung eines Wertstoffhofes über die Unsinnigkeit des Reifenverbrennens diskutiert.  

 

Freundschaftserklärung und symbolisches Baumpflanzen

Am Ende der Begegnung stand ein intensiver Austausch über die Partnerschaft selbst. Damit die Freundschaft der drei Gruppen nicht nur „solala“ – eines der deutschen Lieblingswörter der Besucher - bleibt, wurde eine gemeinsame Freundschaftserklärung ausgearbeitet und unterzeichnet. „Amistad para siempre – Freundschaft für immer“ versprachen sich die Gruppen dabei.

Basierend auf einer Reihe an Werten wurden konkrete Maßnahmen für die nächsten Jahre vereinbart. Die Beschäftigung mit der Grundlage der Partnerschaft ist Bestandteil jeder Begegnung und wird immer erneuert. Als Zeichen der Freundschaft wurde im Garten des Landjugendhauses Wambach ein Apfelbaum gepflanzt. Dieser soll als Zeichen für die Freundschaft stehen, die kontinuierlich wächst und Früchte trägt.

Als am vergangen Sonntag der Abschied am Flughafen anstand, kamen viele KLJB´ler um gemeinsam ein letztes Lied der Freundschaft zu singen, „adios“ zu sagen und sich heimlich ein paar Tränen zu verdrücken.   

 

Die Partnerschaft besteht im Jahr 2015 seit 44 Jahren

Die Partnerschaft zwischen der KLJB in der Diözese München und Freising und Bolivien besteht seit inzwischen 46 Jahren. Im Zwei-Jahres-Rhythmus besuchen sich die Gruppen abwechselnd in beiden Ländern.

Ziel der Partnerschaft ist es, Jugendlichen aus beiden Ländern einen Blick über den Tellerrand zu ermöglichen und einen Austausch über verschiedene Lebenswelten zu bieten. Beim Fachkräfteaustauch von 2015 stand etwa auch ein Besuch des Fairhandelshauses Bayern auf dem Programm. Dort stellte sich heraus, dass die Eltern einer bolivianischen Teilnehmerin Kakao-Bauern in einer Fair-Trade-Kooperative sind. „Da bekommt der Faire Handel plötzlich ein Gesicht und die Verantwortung, die wir hier haben, wird einem so richtig bewusst“, erzählte eine Intercambio-Teilnehmerin nach dem Besuch.

 

Die Begegnung wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Katholischen Fonds - Kooperation Eine Welt sowie vom Bezirksjugendring Oberbayern.

Der nächste Intercambio findet im Dezember 2017 mit einer Begegnung in Bolivien statt. 

Ansprechpartnerinnen für den Intercambio sind Theresa Ehrmaier als ehrenamtliche Vorsitzende und als hauptamtliche Begleitung Verena Hämmerle.