Amistad sin fronteras - Freundschaft ohne Grenzen

Amistad sin fronteras – Freundschaft ohne Grenzen

 

Drei Wochen voller Eindrücke, drei Wochen voller Erlebnisse, drei Wochen voller Abenteuer – drei Wochen voller Freundschaft durften 11 Jugendliche aus dem Erzbistum von 19.12.2017-10.1.2018 in Bolivien erleben.

Freundlich mit Plakaten am Flughafen empfangen, ging es mit einem Minibus in das drei Stunden entfernte Huaytu, einer kleinen Gemeinde auf dem Land, deren Schulhaus für eineinhalb Wochen das Zuhause der Gruppe sein sollte. In dieser Zeit erlebten die Teilnehmer eindrucksvoll, was die Regenzeit bedeutet, wie groß eine Plantage sein kann und wie viele verschiedene Früchte sie haben kann, die natürlich auch ausgiebig probiert werden mussten, oder wie es sich anfühlt, Weihnachten in einer völlig anderen Kultur zu feiern. In Bolivien schenkt man sich gar nicht so viel, aber die BUJCARTE Huaytu, die Partnergruppe der KLJB München und Freising, organisiert jedes Jahr eine Sozialaktion, bei der Spielzeug an die armen Kinder des Dorfes und seine außerhalb gelegenen communidades verteilt werden. Darüber hinaus stand eine Übernachtung im Nationalpark Amboro mit Besuch eindrucksvoller Wasserfälle und Naturschwimmbecken, die bei der tropischen Hitze eine gute Abkühlung waren, auf dem Programm.Das Verschönern der Ortsmitte mit Heckenschneiden, Bänkestreichen und Müllsammeln war bei ungewohntem Klima eine schweißtreibende Arbeit. Aber zum Abschluss ein Baum als Zeichen der Freundschaft gepflanzt wurde, waren alle mit dem Ergebnis zufrieden. Darüber hinaus war ein Besuch bei einem deutschen Auswanderer geplant. José erklärte der Reisegruppe, dass er einer der wenigen ist, der auf seinem Grundstück noch alte Baumsorten anpflanzt. Außerdem durfte selbstgemachte Schokolade und selbstgemahlener Kaffee probiert werden. Und schon war die Zeit in Huaytu wieder vorbei und wir stiegen in den luxuriösen Nachtbus nach Cochabamba, wo alle drei Gruppen am nächsten Tag neben der Stadt auch die größte Christusstatue der Welt besichtigten. Nach einer weiteren Nachtfahrt gelangte die Gruppe nach La Paz und von dort aus mit Minibussen und über den „camino de la muerte“, die Todesstraße, nach Carmen Pampa zur zweiten Partnergruppe der Pastoral Juvenil Universidad.

Hier war ebenfalls ein abwechslungsreiches Programm mit Besichtigung der Universität, Flying Fox, Silvesterfeier und sogar zwei Geburtstagsfeiern geplant. Auch konnten die beiden Freiwilligen der KLJB ihre Arbeitsstellen zeigen und eindrucksvoll von ihrem Alltag erzählen. Das Internat La Salle liegt 7 km oberhalb des Städchens Coroico und hat neben einer Schweine- und Hühnerzucht auch einen Gemüsegarten auf 1800m Höhe. Nach einem Besuch bei den Cascadas, den Wasserfällen, zeigte der zweite Freiwillige die Kathedrale von Coroico, seine Haupteinsatzstelle. Nach einem entspannenden halben Tag am Fluss war am nächsten Tag war die Besichtigung der Imkerei eines Teilnehmners des Intercambio 2015 angedacht, der ausführlich und interessant seine Ausrüstung zeigte und vorführte. Eine Nacht mit Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel der Südhalbkugel zu verbringen war für alle ein unvergessliches Erlebnis. Auch Gespräche über Jugendbeteiligung auf dem Land, Umweltschutz, die verschiedenen Kulturen und Landwirtschaft sowie die Präsentation der traditionellen Tänze und Trachten kamen nicht zu kurz. Zum Schluss standen noch drei Tage touristisches Programm mit La Paz und Titicacasee auf dem Plan, aber natürlich erst nach Überarbeitung der Freundschaftserklärung. In La Paz waren die Gruppen spontan in der deutsch-bolivianischen Schule untergebracht, die von einer deutschen Schwester geleitet wird und neben dem Cocamarkt, dem größten Umschlagplatz für Cocablätter, liegt. Wenn man Coca kaut, soll das Müdigkeit, Hunger und Durst vertreiben, was auch fleißig getestet wurde. In La Paz selbst fährt kaum jemand selbst Auto, als öffentliche Verkehrsmittel gibt es entweder die bekannten Minibusse oder seit 2014 den sogenannten Teleferico. Die Gondelbahnen verbinden die Kernstadt, die in einem Kessel liegt, mit den teilweise 1000m höher gelegenen Stadtteilen, man hat einen atemberaubenden Blick auf die Stadt und weil es als Transportmittel für die gesamte Bevölkerung gedacht ist, sind die Fahrpreise auch sehr erschwinglich. Nach zwei Tagen La Paz ging es dann in aller Frühe zum Flughafen und 11 deutschen Jugendlichen fiel der Abschied von vielen neu gewonnenen bolivianischen Freunden gar nicht so leicht. Nach über 24 Stunden Reise wieder in München angekommen, war der Luxus von trinkbarem Leitungswasser und warmen Duschen fast nicht zu fassen und wurde sehr geschätzt. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück fuhr jeder wieder mit unzähligen Eindrücken und vielen Mitbringseln ganz nach Hause. 

Fazit: eine beeindruckende Reise, auf der viele lustige, aber auch nachdenkliche Momente passiert sind und Freundschaften entstanden sind, die hoffentlich noch lange halten – mindestens bis zum Intercambio im Sommer 2020 in Deutschland!